Tagung zur Vereinbarkeit von beruflicher Pflege und Angehörigenpflege (13. September 2019, Dresden)

Diese Tagung widmete sich den doppelt Pflegenden, jenen beruflich Pflegenden, die sich zusätzlich privat um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Sie sind eine besondere Gruppe von pflegenden Angehörigen, die nicht nur eine Doppelbelastung schultern, sondern auch eine doppelte („double“) Verpflichtung („duty“) in Sachen Pflege und Versorgung auf sich nehmen. Diese doppelt Pflegenden werden international auch als „Double Duty Carer“ (DDC) bezeichnet. Die Referentinnenbeiträge behandelten die Situation der doppelt Pflegenden sowie die Frage nach Unterstützungsbedarfen und -angeboten.

Aus dem Forschungsprojekt „DDcareD“ von ehs und HTW Dresden wurden die Ergebnisse Ihrer Interviews mit doppelt Pflegenden, sowie die Ergebnisse Ihrer deutschlandweiten Befragung von rein beruflich und doppelt Pflegenden vorgestellt. Ergänzt und unterstützt wurden diese Ergebnisse durch einen Beitrag mit Forschungsergebnissen aus der Schweiz (Anke Jähnke). Besonders eindringlich und persönlich wurde die Situation als doppelt Pflegende in dem Erfahrungsbericht der Pflegedienstleiterin Désirée Baars geschildert.

Welche Kompetenzen pflegende Angehörige im Umgang mit den Belastungen der Angehörigenpflege benötigen, behandelte Imke Wolf von der Online-Beratung pflegen-und-leben.de in Ihrem Vortrag zur Selbstfürsorge. Für den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sprach Johanna Knüppel über die gesellschaftliche Bedeutung der pflegenden Angehörigen als “größter Pflegedienst Deutschlands”. Sie betonte die Notwendigkeit einer besseren staatlichen und arbeitgeberseitigen Unterstützung für pflegende Angehörige im Allgemeinen und doppelt Pflegende im Speziellen.

Unterstützungsmaßnahmen für doppelt Pflegende in den Themenbereichen Angehörigenpflege und Arbeit stellte das Team des Forschungsprojekts „DDcareD“ vor. Im Bereich der Angehörigenpflege wurden Konzepte für die Peer-Begleitung und (Online-)Workshops für doppelt Pflegende präsentiert. Im Bereich der Arbeit wurde die Broschüre „Wenn Pflegekräfte Angehörige pflegen“ vorgestellt, die sich an Führungskräfte in der Pflege richtet, über die doppelte Pflege informiert und Empfehlungen für eine vereinbarkeitsorietierte Personalarbeit gibt. Sie steht kostenlos zum Lesen und Download zur Verfügung,  25.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland wurden über dieses Angebot informiert.

Hier finden Sie das Tagungsprogramm.

Videos zu den Tagungsbeiträgen

Vortrag Double Duty Care im Alltag – Ein Erfahrungsbericht
Inhalt Eine Pflegedienstleiterin gibt einen Einblick in ihren Alltag zwischen beruflicher Pflege und Angehörigenpflege.
Referentinnen Désirée Baars (FÖV Pflege Berlin)
Länge 16:01 Min.

Vortrag Selbstfürsorge im Pflegealltag – leichter gesagt als getan!? Ein psychologischer Impuls.
Inhalt Über die Belastungen in der Angehörigenpflege und die Aspekte der Selbstfürsorge als wichtige Bewältigungskompetenzen.
Referentinnen Imke Wolf (pflegen-und-leben.de – Onlineberatung für pflegende Angehörige, Berlin)
Länge 24:44 Min.

Vortrag Double Duty Caregiving – Forschungsergebnisse aus der Schweiz
Inhalt Die Ergebnisse des Forschungsprojekts “Double-Duty Caregiving” zur doppelten Pflege in der Schweiz.
Referentinnen Anke Jähnke (Kalaidos Fachhochschule, Zürich)
Länge 36:41 Min.

Vortrag Unterstützungsmaßnahmen für Double Duty Carer im Handlungsfeld private Pflege – Peer Begleitung / (Online-) Workshop
Inhalt Konzepte für (Online-) Workshops und die Peer Begleitung als Unterstützungsangebote für doppelt Pflegende aus dem Forschungsprojekt DDcareD.
Referentinnen Dr. Irén Horváth-Kadner (ehs Dresden)
Kerstin Thümmler (ehs Dresden)
Länge 24:22 Min.

Vortrag Unterstützungsmaßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege – Handlungsfeld Arbeit
Inhalt Über die Informationsbroschüre “Wenn Pflegekräfte Angehörige pflegen” aus dem Forschungsprojekt DDcareD und das vereinbarkeitsorientierte Mitarbeitergespräch als Handlungsempfehlung für Führungskräfte in der Pflege.
ReferentInnen Wilhelm Beckmann (HTW Dresden)
Prof. Anne-Katrin Haubold (HTW Dresden)
Länge 16:09 Min.

Wilhelm Beckmann

Stand Oktober 2019